Holzwurm Nr. 80 – Warum knarrt Parkett? Wenn der Holzboden Geräusche macht

Barfuss auf Parkett

Ein leises Knarren beim Betreten des Parketts oder ein Knacken bei jedem Schritt: Knarrende Holzböden können ganz schön störend sein. Doch weshalb entstehen diese Geräusche? Holz reagiert auf Veränderungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Aber auch der Bodenaufbau und die Unterkonstruktion spielen eine Rolle. Nicht jedes Knarren ist deshalb ein Zeichen für einen Mangel. Dieser Newsletter zeigt, welche Ursachen hinter knarrendem Parkett stecken und welche Lösungen infrage kommen.

Ihr Nik Stuber

Holz arbeitet – auch nach dem Einbau

Holz arbeitet – auch nach dem Einbau
Holz ist ein natürlicher Werkstoff, der sich an seine Umgebung anpasst. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit nimmt es Feuchtigkeit auf oder gibt sie ab. Dadurch verändert sich sein Volumen: Das Holz quillt oder schwindet. Diese natürlichen Bewegungen gehören zu den Eigenschaften des Baustoffs und lassen sich auch bei fachgerecht verlegtem Parkett nicht vollständig verhindern. Verändern sich die Holzdimensionen, können Spannungen im Boden entstehen. Einzelne Parkettelemente bewegen sich dann gegeneinander oder reiben aneinander. Dabei entstehen knarrende oder knackende Geräusche. Besonders während der Heizperiode kann das Raumklima eine Rolle spielen, da die Luft in beheizten Räumen häufig sehr trocken wird. Das Holz gibt Feuchtigkeit ab und zieht sich zusammen. Dadurch können sich Fugen bilden oder bestehende Spannungen verändern.

Die Ursachen für knarrendes Parkett
Nicht immer liegt die Ursache im Parkett selbst. Auch der Untergrund und die Unterkonstruktion können Geräusche verursachen. Sind Bauteile nicht ausreichend befestigt, liegt der Boden nicht eben auf oder bewegen sich einzelne Schichten gegeneinander, entsteht beim Begehen Reibung. Knarrt das Parkett nur an einzelnen Stellen oder über eine grössere Fläche? Treten die Geräusche vor allem im Winter auf oder sind sie unabhängig von der Jahreszeit zu hören? Solche Beobachtungen helfen, mögliche Ursachen einzugrenzen. Ein schwankendes Raumklima kann ebenso eine Rolle spielen wie Unebenheiten im Untergrund, fehlende Bewegungsfugen oder eine nicht fachgerechte Verlegung. Auch wenn sich der Boden unter Belastung bewegt, können Geräusche entstehen.

Was lässt sich gegen knarrendes Parkett tun?
Welche Massnahme sinnvoll ist, hängt von der Ursache ab. Ein erster Schritt besteht darin, das Raumklima zu überprüfen. Eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 40 bis 60 Prozent gilt in Wohnräumen häufig als geeigneter Orientierungsbereich. Gerade während der Heizperiode kann es helfen, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten und starke Schwankungen zu vermeiden. Dabei sollte das Raumklima stets auf die Anforderungen des jeweiligen Holzbodens abgestimmt werden.

Bei schwimmend verlegtem Parkett lohnt sich ausserdem ein Blick auf die Randabstände. Holz benötigt genügend Platz, um sich bei Veränderungen der Luftfeuchtigkeit auszudehnen. Werden die erforderlichen Bewegungsfugen durch Sockelleisten, Türzargen oder andere Bauteile blockiert, kann dies zu Spannungen führen. Liegt die Ursache in der Unterkonstruktion oder im Untergrund, sind unter Umständen weitergehende Massnahmen notwendig. Je nach Situation müssen einzelne Elemente befestigt, Unebenheiten ausgeglichen oder Teile des Bodenaufbaus korrigiert werden. Solche Arbeiten sollten erst nach einer sorgfältigen Ursachenanalyse erfolgen.

Holz lebt – und genau das macht seinen besonderen Charakter aus. Ein gewisses Mass an Bewegung ist natürlich. Treten jedoch neue oder zunehmend stärkere Geräusche auf oder verformt sich der Boden sichtbar, empfiehlt sich eine fachliche Beurteilung.

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Bildquelle:istock